Mein Wechsel vom Galaxy S22 Plus zum Xiaomi Redmi Note 10 5G – und warum ich eher ernüchtert bin

Manchmal kommt es eben anders, als man denkt.
Nach drei Jahren zuverlässiger Nutzung hat mein Samsung Galaxy S22 Plus nach einem Update plötzlich den Dienst quittiert. Es startete nur noch tiefgefroren und war somit unbrauchbar. Ziemlich ärgerlich – vor allem, wenn man das Gerät eigentlich noch behalten wollte.

Da ich schnell Ersatz brauchte und nicht direkt ein neues Flaggschiff kaufen wollte, griff ich auf das Xiaomi Redmi Note 10 5G zurück, das vorher meine Tochter genutzt hatte. An sich eine gute Gelegenheit, das Gerät mal im Alltag zu testen.


Erster Eindruck & Verarbeitung

Das Xiaomi fühlt sich solide an, keine Frage – aber im direkten Vergleich zum S22 Plus merkt man sofort, dass es eben doch in einer anderen Liga spielt. Die Rückseite ist Kunststoff, die Haptik eher „okay“ als hochwertig. Aber: Für den Preis in Ordnung. Die Buttons haben einen sauberen Druckpunkt, und optisch ist es schlicht gehalten.

Kleiner Extrapunkt: Das beschädigte Kameraglas ließ sich überraschend unkompliziert austauschen. Schön, dass Xiaomi hier nicht alles verklebt und irreparabel gestaltet.


Display – Licht und Schatten

Das 6,5-Zoll-Display mit 90 Hz ist für die Preisklasse ordentlich. Im Alltag merke ich aber, dass es gegen das brillante AMOLED meines vorherigen Samsung oder auch gegen das Display vom Huawei P40 Pro einfach keine Chance hat. Farben sind flacher, Weißtöne leicht gelbstichig, und bei Sonnenlicht wird’s echt schwierig.


Performance – warum so schwankend?

Hier fängt meine Geduld immer wieder an zu bröckeln.
Manchmal läuft das Gerät gefühlt richtig flott: Apps öffnen zügig, Scrollen geht smooth, ich bin zufrieden.
Und dann – bei fast identischen Anwendungen – dauert plötzlich alles länger. Apps hängen für ein bis zwei Sekunden, es ruckelt beim Scrollen, und ich frage mich: Warum?
Der MediaTek Dimensity 700 Prozessor ist sicher nicht schlecht für den Preis, aber diese inkonsistente Performance nervt auf Dauer. Gerade wenn man von einem High-End-Smartphone kommt, fühlt sich das immer wieder wie ein Rückschritt an.


Kamera – mein größter Kritikpunkt

Ich hatte ehrlich gehofft, dass die Kamera zumindest solide sein würde. Aber: Nein.
Die 48 MP-Hauptkamera liefert oft enttäuschende Bilder. Egal ob Tageslicht oder Dämmerung – die Fotos wirken häufig verwaschen, kontrastarm und ohne richtige Schärfe.
Jetzt muss ich fairerweise sagen: Ich habe das Kameraglas selbst getauscht, und vielleicht spielt das da rein. Aber ich vermute, es liegt eher an der generell eher schwachen Kamera-Performance.
Im Vergleich zu meinem früheren Huawei P40 Pro (das immer noch fantastische Bilder macht) fühlt sich das Xiaomi einfach wie ein klarer Abstieg an.


Akkulaufzeit – hier kann ich loben!

Wenn es etwas gibt, was mich am Redmi Note 10 5G wirklich begeistert, dann ist es der Akku.
Die 5000 mAh halten locker über einen Tag, oft auch zwei. Selbst bei recht intensiver Nutzung. Laden dauert zwar etwas, aber dafür muss ich es selten ans Kabel hängen.


Software & Bedienung

MIUI 14 ist… optisch ganz nett, aber für meinen Geschmack etwas überladen. Es gibt zu viele vorinstallierte Apps, die ich erstmal loswerden musste. Updates kommen seit September 2023 gar nicht mehr.


Mein Fazit nach einigen Wochen

Das Xiaomi Redmi Note 10 5G ist kein schlechtes Smartphone – aber es ist auch keins, das mich begeistert.

  • Die Performance ist mal okay, mal frustrierend.
  • Die Kamera ist für meine Ansprüche einfach nicht gut genug.
  • Das Display ist durchschnittlich.
  • Der Akku ist top.
  • Reparaturfreundlichkeit war eine positive Überraschung.

Wenn man von einem High-End-Smartphone kommt, spürt man den Abstieg deutlich. Als Zweitgerät oder für jemanden, der nur die Basics nutzt, ist es wahrscheinlich absolut ausreichend. Für mich bleibt es eine Übergangslösung. Eigentlich sollte es nun ein Nothing Phone (3a) Pro werden. Aber ohne kabelloses Aufladen…? ¯\_(ツ)_/¯