Zwei Tage Urlaub in Vilnius – das hatte ich mir verdient. Kein Motorenlärm, kein Dieselgeruch, einfach mal durchatmen und ausschlafen. Ich saß in kleinen Cafés, schlenderte durch die Gassen und ließ die Gedanken schweifen. Doch ich bin nicht der Typ, der lange stillsitzt. Schließlich gehört mir das Unternehmen, für das ich fahre: TUKS – Transport und Kurier Services. Jeder Auftrag trägt meinen Namen. Jeder Kilometer ist mein eigener Weg.
Am dritten Morgen nach Ankunft kletterte ich wieder ins Fahrerhaus. Diesmal ging es von Vilnius nach Sankt Petersburg. Auf der Ladefläche: ein 21,72-Tonnen-Raupenbagger, frisch lackiert, imposant wie ein Stahlungetüm. Schwer, aber sauber verzurrt.
Der Weg führte mich nordöstlich über Pskov. Die Grenzabfertigung war zäh – russische Kontrolle ist gründlich. Nach zwei Stunden Papierkrieg fuhr ich weiter. Die Straßen waren teils löchrig, die Landschaft endlos flach, Nadelwälder bis zum Horizont. Die Sonne stand schon tief, als ich den Stadtrand von Sankt Petersburg erreichte. Ich stellte den Bagger pünktlich bei einem Hafenumschlagplatz ab und gönnte mir dann am Ufer der Newa einen Tee.
Kaum hatte ich geschlafen, folgte der nächste Auftrag: Von Sankt Petersburg nach Wyborg, 28 Tonnen – ein JCB 245XR, ein riesiger Kettenbagger, fast martialisch in seinem Erscheinungsbild. Die Verladung am Morgen lief reibungslos, aber das Gewicht forderte Konzentration. Die rund 130 Kilometer Richtung Wyborg waren kurz, aber anstrengend – enge Ortsdurchfahrten, enge Brücken, schweres Gefährt. In Wyborg lieferte ich bei einem Baustellenlogistiker ab. Ich parkte, atmete durch und übernachtete in einer kleinen Pension am Stadtrand.
Aber das war noch nicht alles. Von Wyborg ging es weiter nach Karlskrona (Schweden). Auf der Ladefläche: 25 Tonnen – ein Volvo A25G Dumper, groß, gelb, kraftvoll. Ich fuhr zurück Richtung Hafen in Sankt Petersburg, von dort ging es auf die Fähre nach Helsinki, dann weiter nach Stockholm und schließlich runter nach Karlskrona. Die See war ruhig, das Be- und Entladen Routine. Als ich den Volvo Dumper in Karlskrona absetzte, blickte ich auf die Ostsee – still, silbern glänzend im Abendlicht.
Meine letzte Etappe: Leerfahrt von Karlskrona nach Rostock (Deutschland). Ohne Ladung fuhr ich beinahe wie im Urlaub. Keine schaukelnde Masse, keine Sorgen um die Sicherung. Fähre Karlskrona–Rostock. An Deck stand ich an der Reling und spürte den Wind im Gesicht.
In Rostock rollte ich von der Fähre, parkte am Autohof und gönnte mir ein deftiges Abendessen. Ich schaute auf meinen Tacho: Hunderte Kilometer, drei gigantische Maschinen, vier Länder und zwei Fähren.
Doch in Rostock wartete noch eine letzte Überraschung: Mein MB New Actros sollte ich hier abgeben. Ich parkte den Actros auf dem Hof, klopfte zweimal auf die Tür – eine kleine Verabschiedung – und dann bekam ich die Schlüssel für mein neues Arbeitstier: einen nagelneuen Volvo FH4.
Ich stieg ein. Der Geruch von Leder, das leise Piepen der Systeme beim Hochfahren, das sanfte Surren beim ersten Drehen des Zündschlüssels – ich fühlte mich sofort zu Hause. Das Armaturenbrett war modern, das Fahrgefühl ruhig und satt.
Ich saß einen Moment da, Hände am Lenkrad, und grinste. Ein neues Kapitel begann – und ich wusste genau: Die nächsten tausend Kilometer würden im Volvo FH4 noch ein bisschen schöner werden.
Und für das Gefühl, immer pünktlich und zuverlässig für TUKS unterwegs zu sein. Morgen würde das nächste Abenteuer warten.